Wissenswertes über Grillen und Barbecue

Grillen oder Barbecue ?

Um es auf zwei einfache Sätze zu reduzieren: Unter Grillen versteht man das Garen der Speisen für kurze Zeit bei hohen Temperaturen (160-300 Grad). Beim Barbecue hingegen werden die Speisen über lange Zeit (2 - 20 Stunden), je nach Größe und Art des Grillgutes) bei niedrigen Temperaturen gegart (80 bis 140 Grad Celsius)

Richtig Grillen

Damit Ihre Grillparty ungetrübt verläuft, sollten folgende Empfehlungen beachtet werden, wenn Sie mit Gas, Holz, Holzkohlenbriketts oder Holzkohle im Freien grillen:

Zum Anzünden dürfen nur geeignete Anzünder oder dafür gebaute elektrische oder mit Gas betriebene Anzündhilfen verwendet werden. Gänzlich ungeeignet ist das Anzünden mit Papier sogar Benzin und Spiritus wegen Rauchentwicklung, Explosionsgefahr und erkennbarer Geschmacksbeeinträchtigung.    Mein Geheimtipp sind Eierpappen, eventuell bedrucktes Papier entfernen, in mittelgrosse Stücke reißen und anzünden.  Dann eine Hand voll Buchenhozkohle drauf(ich empfehle Sommerhit) und 10-20 min in Ruhe lassen. Wenn ein gleichmässiges Glutbett entstanden ist die weiter Holzkohle oder Briketts (Grillis)dazu geben

 Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitungen! Je nachdem mit welchem Holz oder Energieträger sie heizen wollen, rechnen Sie mindestens 1 Stunde vorher, so lang braucht Holz bis es durchgeglüht ist. Holzkohlenbriketts mindestens ½ Stunde und selbst reine Holzkohle beansprucht  mindestens 20 Minuten. Auch das Fleisch sollte bereits Zimmertemperatur aufweisen und nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen. Damit wird der Garvorgangwesentlich verkürzt und Sie haben eine wesentlich bessere Qualität am Teller.

 Egal für welches Brenn-Material Sie sich entschieden haben- warten Sie auf jeden Fall solange, bis sich die Glut mit einer leichten weißen Schicht überzogen hat. Damit wird eine vermeidbare, ungesunde Rauchentwicklung weitestgehend gemieden und auch die Entstehung von Benzpyren gehemmt.

 Achten Sie darauf, dass kein Fett, Marinade, Öl oder Fleischsaft in die Glut tropft. Damit kann das gefürchtete Benzpyren gar nicht erst entstehen und es gibt keine unerwünschte Rauchentwicklung.

DIE  BESTEN TIPPS FÜRS GRILLEN

Holz & Kohle: Holzkohlen-Briketts halten die Hitze länger. Der letzte Schrei sind Briketts, die mit Kokosfasern durchzogen sind, sie glühen besonders lange. Das ideale Aroma erzielt man, indem Holzscheiter auf die glühenden Briketts gelegt werden: Apfel, Kirsche oder Holz vom Weinstock, Nie mit harzigem Holz (Fichte, Tanne,Nadelhölzer) grillen!

Anzünden: Niemals Plan B wie Benzin! Auch Spiritus hat dabei nichts verloren. Kaufen Sie nur Anzünder, die für Grillkohle geeignet sind. Vor dem Einfüllen der Kohle kann man den Glutkasten noch mit Alufolie auslegen. Das reflektiert die Hitze und erleichtert die Reinigung danach. Profis verwenden zum schnelleren Anheizen der Holzkohle einen Anzünd-Kamin (20 Euro)

Gas: Grillen mit Gas((Gasgrills Fa. Outdoorchef) ist bei Profis nicht verpönt. Wenn das Fleisch nach Holz oder Kohle schmeckt, hat man ohnehin was falsch gemacht. Die Temperatur unter der Haube lässt sich mit Gas perfekt einstellen. Eine ganz besondere Geschmacksnote lässt sich erzielen, indem man Späne von Hickory-, Kirsch- oder Weinstockholz in Wasser einweicht und in die Räuchervorrichtung gibt.

Sicherheit: Speziell wenn Kinder in der Nähe sind, heißt es: Vorsicht vor instabilen Billig-Grillern. Der Grill sollte nie unbeaufsichtigt sein. Halten Sie Erste-Hilfe-Kasten und Feuerlöscher bereit. Tragen Sie auch keine Kleidung aus synthetischen Fasern!

Fleisch kaufen: Fertig mariniertes Grillgut ist nur zweite Wahl. Durch die fette Gewürzschicht sieht man das Fleisch oft nicht. Da kann alles drunter sein. Daher: Nur Frischfleisch kaufen und selbst marinieren.

Dicker ist besser: Schneiden Sie Schnitzel oder Filets nie zu dünn – Austrocknungsgefahr. Ideal: zwei bis drei cm dicke Scheiben.

Marinade: Ohne sie geht beim Grillen nichts. Eine gute Marinade sorgt für den gewünschten Geschmack. Das mit Kräutern und Gewürzen verfeinerte Olivenöl wird eine Stunde vor dem Grillen ins Fleisch massiert. Man kann auch Bier oder Honig in die Marinade geben. Ein Fisch badet am liebsten in Salzlacke, ins Innere stopft man Kräuter und Zitrone. Grillgut nach dem Marinieren abtupfen, um ein Auflodern von Flammen zu vermeiden.

Kühlschrank: Das marinierte Fleisch kühl aufbewahren. Perfekt: In Zimmertemperatur auf den Grill. Das verkürzt den Garvorgang und hebt die Qualität am Teller.

Vegetarisch: Grillen ist nicht nur Fleischsache. So gut wie alles, das man auch kochen kann, wird auch gegrillt. Tipps: Kartoffeln, Zucchini-Spitzen, Maiskolben, Tomaten.

Folienkartoffel: Weil sie am längsten brauchen, kann man sie auch etwas vorkochen. Dasselbe gilt für Maiskolben.

Alufolie: Wer mit Alufolie grillt, sollte darauf achten, dass die matte Seite außen ist – sie reflektiert weniger Hitze.

Grillzange statt Gabel: Mit der Gabel im Fleisch stochern ist pfui. Würste tropfen dann und sorgen für Flammen. Immer Grillzange verwenden, die das Fleisch nicht verletzt.

Umdrehen: Viele Hobby-Griller wenden das Fleisch im Minutentakt. Doch so wird das Kotelett trocken. Richtig: nur einmal umdrehen. Nach dem Auflegen Deckel des Kugelgrills schließen und warten, bis sich erste Tropfen auf der Oberseite bilden. Dann sind die Poren auf der Unterseite geschlossen und das Fleisch bleibt saftig. Erst jetzt wird gewendet – das war’s!

Wann ist’s durch?: Da gibt es keine goldene Regel, weil jedes Stück unterschiedlich groß ist. Anhaltspunkt: eine Forelle ist in 10-12 Minuten durch, ein Filetstück in 7-9 Minuten. Wenig ist mehr, denn dann ist noch Saft im Fleisch.

Kräuterbutter: Sie gehört zu gegrilltem Fleisch, Geflügel oder Fisch. Frische, gehackte Lieblingskräuter in weiche Butter einrühren, im Kühlschrank wieder hart werden lassen und in Scheiben auf den Teller legen.

Saucen: Es muss nicht immer Ketchup sein! Saucen sind schnell zubereitet, aber auch fertige Barbecue- oder Kräuterdips sind eine Bereicherung für jedes Grillgut.

Indirektes Grillen: In der Mitte des Kugelgrills stellt man eine Alutasse, um die man die Grillkohle gibt. In der Mittel lässt sich dann ein Hendl oder Schweinsbraten herrlich garen.

Die vier größten Irrtümer

Bier: Das edle Hopfengetränk wurde bitte zum Trinken erfunden und nicht zum Drüberplätschern. Bier passt jedoch gemeinsam mit ein klein wenig Honig hervorragend in die Marinade. Auch das „Löschen“ ist absolut verpönt – zum Feuer unterm Grill darf es gar nicht erst kommen.

Der Sommer ist Grill-Saison: Blödsinn! Wenn man im Winter im Freien Glühwein trinken kann – wieso dann nicht auch grillen? Schnee-Barbecues kommen aus dem mondänen St. Moritz und werden auch bei uns ein Mega-Trend! Daher: jetzt Kohle bunkern, im Dezember gibt’s an Tankstellen nix!

Grillmeister sein ist stressig: Absolut falsch. Wer sich auf die Barbecue-Session gut vorbereitet, hat genug Zeit für die seine Gäste.

Krebsstoffe im Gegrillten: Nur wer’s falsch macht, gefährdet sich. Der größte Fehle: zu viel Öl und Fett wird auf das Fleisch gepinselt. Wenn das auf die glühende Kohle tropft, bilden sich nicht nur Flammen, sondern auch das Krebs erregende Benzpyren. Weniger ist daher mehr und zudem hat das Fleisch schon selbst Fett in sich: ein hauchdünner Film aus kalt gepresstem Olivenöl reicht. Ganz daneben liegen die Grilltassen-Fans. Hier schwimmt das fette Fleisch nur im Öl.